Puppe

Das Puppenstadium ist zugleich das Ruhestadium. In der Puppe vollziehen sich komplizierte, biochemische Prozesse, in deren Verlauf sich die Raupe regelrecht "auflöst" und zum Schmetterling "umformt". Ist die Umwandlung (Metamorphose) beendet, schlüpft der fertige Schmetterling aus.
Bei jeder Puppe erkennt man bereits die Falter-Anatomie:

Schema zur Darstellung der Anatomie.

Die Körperform der Puppe entspricht in etwa schon der des Falters. Seitlich liegen die Atemöffnungen. Am Kopf erkennt man die Augen und den Saugrüssel. Zur Bauchseite hin sind - wenn auch noch eingezogen - die späteren Beinpaare angesetzt. Etwa die Hälfte der Bauchseite ist mit den Flügelscheiden - den späteren Flügeln -  bedeckt.
Von der Raupe zur Puppe - Die Verpuppung
Die Raupe spinnt sich ein Seidenkissen am Blatt. Mit dem Hinterteil heftet sie sich dann fest. Der Körper wird durch einen "Seidengürtel" vor dem Abstürzen gesichert.

Der Brustteil wird durch einen Seidengürtel (1) und das Hinterteil durch ein Haftkissen aus Seide (2) am Untergrund gehalten. Im Nacken (3) reißt die Raupenhaut dann auf.

Die Raupenhaut wird entlang des Körpers nach hinten zurückgeschoben.
Der Kopf der zukünftigen Puppe formt sich. Die Raupenhaut schiebt sich unter wellenförmigen Bewegungen immer mehr zusammen.
Die noch weiche Puppe formt sich. Die Flügelscheiden entwickeln sich und die alte Raupenhaut ist zusammengeschoben am Körperende.
Das Hautknäuel fällt ab und unter drehenden Bewegungen heftet sich die Puppe am Haftkissen fest. Nun hat sie ihre endgültige Form und beginnt zu erhärten.
Die fertige Puppe hat Form und Farbe eines Blattes angenommen, um dem Blick von Feinden zu entgehen - schließlich ist sie zur Flucht nicht fähig.
Bei Stürzpuppen wird die Haut der Raupe nach oben gestreift:Foto: Dr. Helmut Eidenmüller

Darunter ist die fertige Puppe bereits entwickelt:Foto: Dr. Helmut Eidenmüller

Die Haut fällt schließlich zu Boden und die Puppe erhärtet:Foto: Dr. Helmut Eidenmüller
Die verschiedenen Puppen - Typen:
Stürzpuppe:

Kleiner Eisvogel

Nur mit dem Hinterteil befestigt, kopfüber an Pflanzenteilen hängend.

Großer Schillerfalter

Dem ersten Blick nach nur irgendeine Frucht !

puppe1_klein.jpg (20216 Byte)

Gürtelpuppe:

Schwalbenschwanz

Der Kopf ist nach oben gerichtet. Die Puppe ist mit dem Hinterteil befestigt und zusätzlich mit einem Seidengürtel gesichert.

Segelfalter

Mumienpuppe:

Totenkopfschwärmer, lateral

Immer unter der Erde oder in einem schützenden Kokon. Keine Haftkissen und Seidengürtel vorhanden.

Totenkopfschwärmer, ventral

Überlebens- und Schutzstrategien:
Die Puppe ist im Gegensatz zu allen anderen Stadien nicht fortbewegungsfähig. Umso wichtiger ist es deshalb, die Aufmerksamkeit von sich abzulenken und Feinden nicht aufzufallen. TARNEN und TÄUSCHEN heißt das Prinzip des Überlebens - man gibt vor, etwas anderes zu sein .........

Papilio bianor

..... ein lebloses Blatt !?!
..... ein vertrocknetes Blatt !?!

Caligo memnon

Limenitis camilla

.... eine austreibende Knospe !?!
.... frischer, noch glänzender Vogelkot !?!

Araschnia levana

Zerynthia polyxena

.... ein abgebrochener Zweig !?!

NEIN ! Alles lebende Schmetterlingspuppen, die sich nur dem Auge des Betrachters nicht zu erkennen geben!

Einige Tage bevor der fertige Schmetterling schlüpft verdunkelt sich die Puppe. Durch die Flügelscheiden zeichnen sich die farbigen Flügel des Schmetterlings ab:

Frische Puppe des Erdbeerbaumfalters (Foto: Walter Hüther)

Die Puppe des Erdbeerbaumfalters kurz vor dem Falterschlupf. Die Flügelzeichnung scheint durch die Hülle und verleiht ihr ein "verdunkeltes" Aussehen (Foto: Walter Hüther)

Das Puppenstadium dauert je nach Art unterschiedlich lange, im Durchschnitt ungefähr zwei Wochen, außer bei überwinternden Puppen: sie entlassen die Falter im Frühjahr, nach bis zu 6 monatiger Puppenruhe.
Ei Raupe Puppe Falter