Heliconius melpomene und Heliconius erato

Passionsfalter aus Venezuela

Diese zwei Arten aus der südamerikanischen Familie HELICONIDAE fehlen in keinem Schmetterlingsgarten, sofern er warm-feuchtes Klima bietet. Der Name "Passionsfalter" leitet sich von der Futterpflanze der Raupe ab: die Passionsblume!

Passionsblumen lassen sich in jeder Gärtnerei kaufen und wachsen sehr schnell. Als geeignete Passiflora-Arten aus meinem Schmetterlingshaus kann ich vorstellen:

Passiflora caerulea und Passiflora violacaea !

Die Schmetterlinge fliegen in auffälligen Schwirrflügen und lassen sich leicht züchten. Die Paarung erfolgt eine Woche nach dem Schlupf und einige Tage später beginnt das Weibchen mit der Eiablage an den frischen Trieben und Spitzen von Passionsblumen-Blättern.

Die winzigen, gelben Jungraupen suchen sich gerne zarte Luftwurzeln der Pflanze, an denen sie sich bevorzugt ausruhen.

Heliconius-Raupen entwickeln sich sehr schnell, neigen aber in der 1. Haut zum Kanibalismus! Die Raupen werden von Stadium zu Stadium heller und besitzen lange, schwarze Dornen. Die melpomene-Raupe (oben im Bild) ist einheitlich weiß mit schwarzen Sprenkeln, die erato-Raupe hat zusätzlich orange Sprenkel und eine mehr gelbliche Farbe. 

Am einfachsten lassen sich die Puppen beider Arten unterscheiden. Die erato-Puppe hat (rechts im Bild) am Kopf zwei lange, abstehende "Ohren", die bei der melpomene-Puppe (links im Bild) fehlen.
Ansonsten besitzen die Puppen beider Arten skurrile Körperfortsätze und je zwei Silberflecke am Rücken.

Das Puppenstadium dauert zwischen 8 und 10 Tagen.

Der Schmetterling schlüpft aus!

Bereits kurze Zeit nach dem Schlupf beginnen die Tiere zu fliegen.

Heliconius melpomene

Heliconius erato

 

Die beiden Arten melpomene und erato bilden einen fast unübersichtlichen Komplex mit vielen, teilweise sehr ähnlich gefärbten Unterarten. Dabei kommen bestimmte Unterarten nur in bestimmten Gebieten des Verbreitungsgebietes vor.

So zum Beispiel die Unterart funebris aus Französisch Guyana, die allerdings in ihren Entwicklungsstadien nicht als solche zu erkennen ist:

Unterseite von Heliconius melpomene funebris

Heliconius melpomene funebris

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PANORAMA - GROSSFORMAT

 

Das Schöne an der Heliconius-Zucht ist, dass die Schmetterlinge bis zu 9 Monate leben und sehr aktiv sind. Sie fliegen den ganzen Tag über und lassen sich gerne auf Nektarblüten nieder. Dabei zeigen sie sich nicht scheu, sonder lassen sich sogar auf die Hand nehmen. Außerdem "lernen" sie sehr schnell und suchen versteckte Honigwasserröhrchen schon nach einigen Tagen selbstständig immer wieder auf, wenn man sie einmal mit der Hand darauf gesetzt hat.

 

Heliconius charitonia

"Zebrafalter"

 

Wie bei fast allen Heliconiden ist auch bei charitonia die Eiablage sehr ergiebig und sie erstreckt sich über fast zwei Monate. Dabei werden die gelben Eier einzeln an ganz frische, junge Pflanzentriebe, zwischen die sprießenden Blätter geheftet. Günstige "Triebe" erhalten so über die Dauer der Ablage ein wares Konglomerat an Eiern.

Die Jungraupen wandern dann entlang der Triebe und vereinzeln sich im Pflanzengewirr. Charitonia-Raupen verhalten sich dabei nicht so stark kanibalistisch wie erato oder melpomene. Gerade letztere fressen ihre Artgenossen in jedem Stadium!

Charitonia-Raupen setzen sich im Schatten frischer Triebe fest und fressen anfangs sehr gerne an den langen Luftwurzeln. Der dabei austretende Pflanzensaft wird aufgesaugt.

Die Raupenentwicklung dauert ca. 3 Wochen und die erwachsene Raupe verpuppt sich an dünnen Ästchen der Futterpflanze. Die Stürzpuppe hat, ähnlich wie die von erato, zwei "Öhrchen".

 

Etwa 10 Tage nach dem Verpuppen schlüpfen die Falter aus und beginnen eine Woche später mit der auffallenden Balz. Die Paarung konnte ich bevorzugt in den Abendstunden beobachten. Schon zwei bis drei Tage nach der Paarung beginnen die Weibchen mit der Eiablage.

 

Greta oto

 

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Die zarten Schmetterlinge halten sich gerne im Halbdunkel unter Pflanzen auf und sind wegen ihrer transparenten Flügel nur schwer zu sehen. lediglich die weißen Flecken im Apex leuchten kurzzeitig auf - wie Scheinwerfer. Meine Falter lebten mehr als 4 Monate!

Erst nach 3 Monaten konnte ich die erste Paarung beobachten und einige Tage später die Eiablage am Hammerstrauch (Cestrum elegans). Die Raupen erinnern in frühen Stadien an glasige Schlupfwespenlarven und sitzen eingerollt an der Blattunterseite. Erst in der letzten Haut werden sie milchig weiß mit grünem "Staub" und an den Seiten des glänzend grünen Kopfes haben sie große schwarze Flecken, die wie zwei "falsche Augen" wirken.

Die kleinen, gekrümmten Puppen schillern rötlich-golden und entlassen schon nach vier Tagen die Schmetterlinge. Übrig bleibt dabei nur eine äußert dünne, durchsichtige, leicht zerbrechliche Puppenhülle.

Als persönlliche Anmerkung möchte ich an dieser Stelle hinzufügen, dass die Zucht dieser kleinen Art wirklich Spaß macht. Denn die kleinen, durchsichtigen Flieger flattern morgens schon sehr früh und abends noch sehr spät durchs Schmetterlinghaus. Jedem Besucher fielen sie wegen ihrer fehlenden Färbung auf und sorgten für Staunen .... manchmal mehr als bei "großen, bunten Arten"!