Mein Schmetterlingshaus

Tropische Schmetterlinge beeindrucken durch ihre Größe, Farbe und Lebensdauer. So viel man auch über die einzelnen Schmetterlinge weiß, so wenig ist vielfach bekannt, wie deren Raupen aussehen und unter welchen Bedingungen sie leben.

Gerade die wärmeren Regionen unserer Erde zeichnen sich durch eine immense Artenvielfalt an Faltern aus. Sie zu züchten heißt: die Raupen benötigen das richtige Futter. Dieses zu beschaffen kann mitunter sehr kostspielig und nicht selten schwierig bis unmöglich sein. Hat man es dann geschafft, die richtige Pflanze aufzutreiben, stellt sich im Winter die Frage: Wohin damit?

Hier helfen Gewächshäuser bei der Überwinterung südländischer und tropischer Pflanzen. Normalerweise werden die Glas- oder kunststoffverglasten Aluminiumkonstruktionen weitgehend frostfrei gehalten und ermöglichen den Pflanzen üppiges Wachstum.

Zu allen Pflanzen gibt es aber auch "passende" Raupen: Deshalb war klar, in einem Gewächshaus lassen sich Schmetterlinge unter annähernd natürlichen Bedingungen züchten und beobachten.

Auf einem tiefen (1,10 m Frosttiefe) Betonfundament (3m x 4m) wurde das Grundgerüst aus feuerverzinkten Stahlprofilen befestigt und die einzelnen Elemente passend verschweißt.

Der Standort wurde so gewählt, dass zwei Seiten des Schmetterlingshauses an das Wohnhaus angelehnt sind, um im Winter bessere Dämmwerte zu erzielen.

Zwischen die - inzwischen weiß lackierten - Winkel-Eisen und T-Eisen wurden Hohlkammerplatten eingepasst, verschraubt und abgedichtet. Die Polycarbonat-Stegplatten besitzen sehr gute Isolationswerte, lassen sich gut verarbeiten und haben gerade für Schmetterlinge einen großen Vorteil:

Die Falter fliegen nicht dagegen !!!

Nach langer - und aufwändiger - Bauzeit wurde das Projekt fertig. Ausgestattet mit UV-Lampen, zur Simulation von Langtag, automatischen Fensteröffnern, zur Be- und Entlüftung, sowie einem Heizkörper zur Temperaturregelung im Winter.

Die Innenausstattung besteht erstens aus Raupenfutterpflanzen (Asclepias, Ficus, Arbutus, Musa, Canna, Citrus, Passiflora....) und Nektarpflanzen für die Schmetterlinge (Lantana, Kalanchoe, Buddleia). Zusätzlich wurden Reagenzgläschen mit Honigwasser befüllt, mit Gaze bespannt und die Öffnung mit roter Wolle umwickelt. Hier saugen vor allem tropische Falter - und die Gläschen lassen sich mit einer Spritze leicht wiederbefüllen. Die Zusammensetzung der Futterlösung ist "Gefühlssache", ich habe aber die besten Erfahrungen mit folgender Mischung gemacht:

8 Teile Wasser, 1 Teil Zucker, 1 Teil Dextrose mit Vitaminen und etwas Salz (Mineralstoffe, die normalerweise beim Saugen feuchter Erde aufgenommen werden!!)

 

Weitere Kunstblumen bestehen aus rechteckigen Plexiglasscheiben (30 x 30 cm, 5 mm dick), in die drei Löcher mit 1 cm Durchmesser gefräst wurden. In diese Löcher habe ich sog. Orchideenröhrchen aus dem Gärtnerbedarf gesteckt und mit Kunstnektar befüllt. Zum Locken der Falter wurden um die Öffnungen Blumen gemalt oder rund geschnittene Chipstüten (siehe Foto, Papilio glaucus!) geklebt. Es werden rote und gelbe Farben bevorzugt!

GROSSFORMAT

 

Interessant auch das "Treffen verschiedener Nationalitäten" (Venezuala/Sri Lanka)

Als Zusatzfutter werden Obststücke auf erhöhten Tellern angeboten, die vor allem von "Edelfaltern" selbstständig regelmäßig aufgesucht werden.

Morpho peleides und Papilio demoleus an der Futterlösung

Morpho peleides am Kunstfutter

Vor allem nach dem Gießen saugen Schmetterlinge, wie dieser Morpho, an feuchter Erde

Gerne werden auch Wassertropfen aufgesaugt, wie hier von Papilio demoleus

Wegen der hohen Temperaturen und der erhöhten Feuchtigkeit im Haus bildet sich bei Besuchern auf der Haut ein dünner Flüssigkeitsfilm, der ebenfalls von den Schmetterlingen als Nahrung aufgenommen wird.

Der philippinische Idea leuconoe mit seinen prächtigen Puppen lebt bis zu 3Monaten und ist in Schmetterlingshäusern sehr beliebt.

Vor allem die "großen" Arten haben es den interessierten Besuchern aus dem Bekannten- und Nachbarskreis angetan.
Die ersten Schmetterlinge haben schließlich ihr neues Heim bezogen und lassen sich in allen Lebenslagen aus nächster Nähe beobachten:

 

Papilio polymnestor

 

Caligo eurilochus

Papilio bianor

Euploea core

Danaus chrysippus

Zu allen im Schmetterlingshaus fliegenden Arten finden Sie Zuchthinweise und -fotos, wenn Sie auf den jeweiligen Namen klicken.

Heliconius erato

Danaus plexippus

Danaus eresimus

Heliconius melpomene

Caligo ilioneus

Papilio demoleus

Morpho peleides

Viele weitere Arten aus meinem Schmetterlingshaus finden sie in der Menüleiste unter "highlights" oder

 

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